Viele Krankheiten beginnen mit einem banalen Schnupfen. Der unkomplizierte katarrhalische Schnupfen dauert meist nur 7 bis 10 Tage. Das Nasensekret ist im Anfangsstadium wässrig, die Nasenatmung ist behindert, das Riechvermögen ist eingeschränkt und auch die Augen können tränen. Nach wenigen Tagen kann dieses Stadium in das schleimige Stadium übergehen, dabei dickt das Sekret ein und es können Komplikationen auftreten, wie z. B. bakterielle Superinfektionen. Unter diesen Superinfektionen versteht man eine Stirn- oder Nebenhöhlenentzündung. Typische Symptome für diese Entzündungen sind Kopfschmerzen beim Bücken und grün-gelbes Sekret. Es kann auch Fieber auftreten. Die Sinusitis - Nebenhöhlenentzündung - gehört in die Behandlung eines Arztes, der meist Antibiotika zum Einsatz bringen wird.
Wichtig ist die Abgrenzung des Erkältungsschnupfens von der Grippe (Influenza). Die Grippe ist meist von Anfang an mit Fieber begleitet, was bei der banalen Erkältung nicht der Fall ist. Auch tritt bei einer Grippe sehr viel häufiger ein hartnäckiger Husten auf als bei dem gewöhnlichen Katarrh.
Kinder sind sehr viel häufiger von einem Schnupfen betroffen als Erwachsene. 10 bis 30 Erkältungen pro Jahr sind bei Kindern noch nicht besorgniserregend, da das Immunsystem erst reifen muß. Da Kinder in erster Linie durch die Nase atmen und die Mundatmung im Laufe der Zeit erst erlernen, kann es bei einer Rhinitis wegen der Beengung des Nasenraumes zu einer schweren Atmungsstörung mit Luftnot kommen. Desgleichen begünstigt der Druckabfall in der Eustachioschen Röhre die Ausbildung einer Mittelohrentzündung. Deshalb ist es wichtig bei Kindern und Säuglingen die Nasenatmung durch den Einsatz abschwellender Nasentropfen oder Sprays sicherzustellen.
Zu beachten ist, dass auch einige Kinderkrankheiten mit Schnupfensymptomen beginnen, dazu gehören Keuchhusten, Masern und Scharlach.
Die nichtmedikamentöse Therapie des Schnupfens sollte aus dem Anfeuchten der Atemluft oder der Inhalation mit Wasserdampf bestehen. Besonders wichtig isst die Aufnahme von viel Flüssigkeit (2 bis 3 Liter pro Tag).
Medikamentös kann die Therapie sowohl lokal - mit Alpha-Sympathomimetika wie z. B. Naphazolin, Oxymetazolin, Tramazolin usw. - als auch oral mit den therapeutisch umstrittenen Antihistaminika - z. B. Carbinoxamin, Chlorphenamin, Diphenylpyralin - erfolgen.
Nachteilig an den Antihistaminika ist ihre zusätzlich müdemachende Wirkung. Die Antihistaminika reduzieren die Schleimproduktion, wodurch das Sekret aber nicht mehr so gut abfliessen kann und die Gefahr von bakteriellen Superinfektionen erhöht ist. Desweiteren sind in Schnupfenmitteln häufig Alpha-Sympathomimetika enthalten - Norephedrin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin.
Bei Anwendung der Alpha-Sympathomimetika in Tabletten oder Säften besteht die Gefahr einer Blutdrucksteigerung und Herzfrequenzsteigerung. Wichtig bei den abschwellenden Nasentropfen und Sprays ist die zeitlich begrenzte Anwendung. Sie sollten ununterbrochen nicht länger als 7 Tage eingesetzt werden.
Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung oder Meersalz haben zwar keine abschwellende Wirkung auf die Schleimhäute, sie verbessern aber die Transportgeschwindigkeit des Schleims und halten die Schleimhäute feucht.