Es werden für medizinische Zwecke zwei Salbeiarten verwendet, wovon nur der dalmatinische Salbei vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Kommission E) bezüglich seiner Anwendungsgebiete zugelassen wurde.
Der dalmatinische Salbei (Salvia officinalis) gehört wie der griechische Salbei (Salvia triloba) zur Familie der Lippenblütler. Die getrockneten Blätter beider Salbeiarten werden zu Teeaufgüssen, alkoholischen Zubereitungen oder ätherischen Ölkonzentraten verarbeitet.
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal liegt in der Zusammensetzung des ätherischen Öles. Das ätherische Öl des dalmatinischen Salbei enthält zu 50 % Thujon und nur ungefähr 15% Cineol, dagegen ist Cineol mit 70% der Hauptbestandteil des ätherischen Öls des griechischen Salbei. Thujon kommt im ätherischen Öl des griechischen Salbei nur als Nebenbestandteil vor (5%). Die Zusammensetzung des ätherischen Öls wirkt sich hauptsächlich auf den Geschmack und Geruch des Öles aus. So hat griechischer Salbei einen eindeutigen Eukalyptusgeschmack, da Cineol auch ein Hauptbestandteil der Eukalyptusblätter ist. Weitere Bestandteile von Salbeiblättern sind die Lamiaceen-Gerbstoffe (z.B. Rosmarinsäure).
Ätherisches Öl und Gerbstoffe sind wichtig für den medizinischen Einsatz der Salbeiblätter. Hauptanwendungsgebiete sind Infektionen im Mund- und Rachenraum. Dort machen wir uns die antibakteriellen Eigenschaften des ätherischen Öles zu Nutze. Die zusammenziehenden Eigenschaften der Gerbstoffe sind bei Infektionen im Mund- und Rachenraum ebenfalls erwünscht. Außer bei Erkältungskrankheiten findet der Salbei noch Anwendung in Mitteln zur Hemmung der Schweißsekretion. Außerdem wird Salbei in der Volksmedizin als Mittel zur Erleichterung des Abstillens eingesetzt. Worauf die schweißsekretionshemmende Wirkung des Salbei beruht, ist noch nicht geklärt.
Bei Erkältungskrankheiten sind alkoholische Salbeizubereitungen bzw. das reine ätherische Salbeiöl weitaus wirksamer als Teeaufgüsse.
Wichtig ist, daß der dalmatinische Salbei wegen des hohen Thujongehaltes in alkoholischen Zubereitungen nur kurzfristig innerlich angewendet werden soll.
Dosierungsempfehlungen zur innerlichen Anwendung: Tagesdosis: 4 bis 6 g Salbeiblätter entsprechend 0,1 bis 0,3 g ätherisches Öl oder 2,5 bis 7,5 g Salbeitinktur. Zum Gurgeln und Spülen werden 2,5 g Salbeiblätter mit 100 ml kochendem Wasser aufgegossen. Zur Pinselung von kleinen Entzündungen im Mundraum wird der unverdünnte alkoholische Auszug angewendet.